Trotz positiver Konjunkturaussichten kommt es auch heute immer wieder noch zum Verlust von Produktionsstätten und Arbeitsplätzen. Doch geeignete Konzepte und abgestimmte Um-setzungsprozesse lassen schlummernde Produktionsreserven aktivieren und das unternehmerische Potential am Standort Deutschland halten.
Zu diesem Fazit kommt die gemeinsame Initiative „Fit for future“ des Landesverbandes der Baden-Württembergischen Industrie (LVI) und des Regionalarbeitskreises Baden-Württemberg im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) e.V. Die drei bis November 2007 laufenden Pilotprojekte, für die sich Unternehmen des ganzen Bundeslandes bewerben konnten, wurden am Freitag, dem 23.11. mit einer Feier abgeschlossen.
Die HWG Inductoheat in Reichenbach beabsichtigte mit dem Projekt „Standardisierung und Reduktion der Teilevielfalt“, Entwicklungskapazitäten auf die wirklich notwendigen, kundenspezifischen Entwicklungen zu konzentrieren, um Projektlaufzeiten zu verkürzen und interne Fehlerraten zu verringern. Der positive Nebeneffekt dabei ist, dass Wissen auch weniger erfahrenen Mitarbeitern systematisch verfügbar gemacht wird.
Das Konzept „Effiziente Auftragsabwicklung im Maschinenbau“ des Maschinenbauers Lohse GmbH in Heidenheim zielte darauf ab, durch konsequente Anwendung von Projektmanagement, Marktvorteile zu erreichen. Schnelle Reaktionszeiten und Liefertreue sowie betriebsinterne Vorteile, wie zum Beispiel reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche und die Senkung der Abwicklungs- und Fehlerkosten, standen dabei im Fokus. Gleichzeitig wurde den Mitarbeitern im Laufe des Projektes wesentliches Know-how dieser Methodik vermittelt, um auch künftig die Prozessoptimierung im Unternehmen zu gewährleisten.
Bei der Leutron GmbH in Stuttgart stand die Senkung der Bestände relativ zum Umsatz im Mittelpunkt, um mit den gleichen Vorräten an Fertigwaren einen deutlich höheren Umsatz zu realisieren. Als wichtiger Nebeneffekt ergebe sich hier eine höhere Identifikation mit den wertschöpfenden Prozessen.
Die Beraterteams von BDU und LVI gingen in ihrer Projektbetreuung dabei wie folgt vor: Interne Teams der Unternehmen arbeiten unter der Anleitung eines externen Beraters „am langen Arm“. Dabei soll den Beteiligten vermittelt werden, dass sie mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung ernst genommen und gefragt werden. Sie gewinnen an Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung. Die Berater treten nicht als die Experten im jeweiligen Thema auf, sondern als Moderatoren, die mit methodischem Vorgehen, mit Vertrauen in die Kompetenz, dem Willen der Teammitglieder und mit Einfühlungsvermögen in das Unternehmen, den Prozess steuern. Ziel ist es, mit vorhandenen Ressourcen deutlich mehr zu erreichen und so Ertrag, Marktposition, Zuverlässigkeit und Qualität weiter zu verbessern.
Der Projektwettberb unter den oben angeführten Teilnehmern ging mit einem Sieg des Teams der Maschinenbau Lohse GmbH zu Ende. Nach intensiver Diskussion der Jury und spannenden Minuten für alle Beteiligten, wurde der Gewinner nach dem wohlschmeckenden Abendessen bekanntgegeben. Das Team unter der Leitung des BDU Regionalkreis-Vorsitzenden Baden-Württembergs, Herr Dr. Brinks, holte sich mit einer gelungenen Präsentation des Projektes „Effiziente Auftragsabwicklung im Maschinenbau“ durch den Sprecher, Herrn Burr, die Goldmedaille.
Für die Umsetzung des jeweiligen Projektes in der Praxis sind nun die Firmen selbst verantwortlich. |